Otto Gnauck (1897–1918)

Otto Paul Gnauck, Otto genannt, wurde am 24. Januar 1897 in der sächsischen Ortschaft Taschendorf geboren. Der kleine Ort liegt etwa 15 Kilometer westlich von Bautzen am Taucherwald. Die durch Taschendorf fließende Woßling mündet bei Glaubnitz rechtsseitig ins Klosterwasser. Otto Gnauck war der Sohn des Arbeiters Heinrich Gnauck und von dessen Ehefrau Klara Gnauck, geborene Haufe. Die Familie war evangelisch-lutherischer Konfession. Über das Elternhaus, die Kindheit und Jugend von Otto Gnauck in Taschendorf haben sich sonst keine weiteren Quellen erhalten. Es ist auch nicht bekannt, ob er im Kreis von Geschwistern aufwuchs oder das einzige Kind seiner Eltern blieb. Nach seinem Schulabschluss absolvierte Otto Gnauck eine Ausbildung zum Weinküfer und war als solcher in Dresden tätig, wo er sich alleinstehend eine Wohnung genommen hatte. Weinküfer stellen aus Trauben und anderem Obst Most her und verarbeiten diesen zu Wein oder Sekt. Sie sind insbesondere für die Kellerarbeit bei der Weinherstellung zuständig. Leider haben sich keine weiteren Quellen erhalten, die einen Einblick in das Leben von Otto Gnauck im Dresden der Kaiserzeit geben könnten.

Nach Beginn des Ersten Weltkriegs (1914–1918) wurde Otto Gnauck 1916 rekrutiert oder er meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst. Otto Gnauck wurde als Kanonier der 3. Batterie des Fußartillerie-Regiments Nr. 19 zugeteilt. Mit seinem Regiment nahm Otto Gnauck ab 1916 an den Gefechten an der Westfront teil und wurde bis 1918 an verschiedenen Orten des europäischen Kriegsschauplatzes eingesetzt. Für seinen Einsatz wurde Otto Gnauck mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Am 23. März 1918 wurde er nahe der Feuerstellung bei der französischen Gemeinde Cartignies tödlich verwundet und fiel seinen Verletzungen zum Opfer. Otto Gnauck wurde 21 Jahre alt und hinterließ seinen Vater Heinrich Gnauck. Seine Mutter war bereits vor ihm verstorben. Aus den vorliegenden Zeugnissen geht nicht hervor, wann und wo Otto Gnaucks sterbliche Überreste bestattet worden sind.

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Biographische Zusammenstellung / Autor: Anika Kosfeld
Lektorat: Daniel Funke

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Quellen:

Genealogische Datenbanken; Ancestry.com; Eintrag zu Otto Gnauck, in: Dresdner Totengedenkbuch 1914–1918, 11248 Sächsisches Kriegsministerium, Nr. 8277. Hauptstaatsarchiv Dresden, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden; Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, begr. von Rudolf Buchner, fortg. von Winfried Baumgart, Darmstadt 1960ff; Verlustlisten 1. Weltkrieg, Seite 27657: Gnauck Otto (Taschendorf). Verein für Computergenealogie. Online unter: http://des.genealogy.net/search/show/8084567 (aufgerufen am 5. Februar 2021).